Spiegelgesetzt 1

Heute mal wieder meine persönliche Meinung zum Thema Dualseelen und dem „Spiegelgesetzt“.

Da es zu lang würde gibt es zwei verschiedene Artikel zu dem Thema Spiegelgesetzt.

Ich möchte betonen, dass es sich hier nur um meine eigene persönliche Meinung handelt, ein jeder darf anders Denken und Handeln.

Auch lehne ich das „Spiegelgesetzt“ nicht prinzipiell ab … im Gegenteil.

Ich bin schon auch der Auffassung, dass Dinge, Angewohnheiten oder was auch immer, dass mich an anderen extrem stört, oder starke Emotionen in mir persönlich hervorruft, mir etwas zu sagen hat … in einem solchen Fall klingt in mir ein Echo wieder, etwas tief in mir drinnen schwingt mit dem Gegenüber mit. Da ich mir hier visuell keinen Spiegel vorstellen kann, nenne ich es eben für mich persönlich ein Echo, dass der andere anklingen lässt.

Allerdings bin ich absolut dagegen, für alles und jedes, für jede Kleinigkeit die mich stört, oder mir irgendwo quer sitzt, das Gesetzt der Spiegelung verantwortlich zu machen.

Ich finde es doch etwas erschreckend, wie schnell jeder neue Dualseelenliebe-Trend und auch sonstige Esoterische Newcomer, ohne zu hinterfragen mitgemacht, und ohne zu überprüfen, für sich selbst als gut und richtig angenommen und dann auch noch bis zum Anschlag ausgelebt wird.

Und sehr oft werden die Meinungen und Verhaltensweisen radikal gewechselt sobald eine neue Überzeugung die Runde macht.

Ich denke so was geht mit der Zeit ganz schön an die Seelenruhe, macht nervös und gereizt, und dann wird in irgendeinem Gegenüber nach einem passenden Schatten gesucht, der dann die entsprechenden gereizten und traurigen Seelengefühle, und dieses sich in der eigenen Seele krank fühlen, erklären kann, anstatt einfach nur einmal nach dem Gefühl in seinem Inneren zu leben … seine eigene Seele und deren Wünsche zu beachten und ins Leben zu integrieren … und nicht jeden neuen Trend mitzu(er)leben.

Wenn ich mir all die Beiträge auf verschiedenen Seiten anschaue, und dann sehe, dass von gleichen Personen unterschiedliche Beiträge, mit konträren Aussagen geliket und mit positiven, teils sogar euphorischen Worten versehen werden, dann frage ich  mich, Leute lest ihr überhaupt was da geschrieben steht, oder wird nur „gefällt mir“ geklickt weil es von einer bestimmten Person geschrieben wurde?

Oder wird da mal schnell ohne durchzulesen geliket, weil ja so viele andere gefällt mir unter dem Beitrag sind… also typischen Herdenverhalten?

Oder was ich sehr beängstigend finden würde … lebt ihr jeden neuen Vorschlag, alles was gerade neu für gut befunden wurde, sofort mit?

Ich finde all diese Beiträge und Artikel gut um sie in Ruhe zu lesen,  verschiedene Ansichten zu einem Thema kennenzulernen, sich Denkanstöße zu holen, sie zu hinterfragen, zu erfühlen was für einem Selbst wirklich gut wäre und stimmig klingt, und sich dadurch dann seine eigene Meinung zu bilden, die nur für einem selbst passt… sich aus den diversen Artikeln einfach nur das herauspickt was sich für einem Selbst stimmig und gut anfühlt, und dies kann manchmal auch einfach nichts sein… JA, einfach NICHTS.

Gerade beim Thema Dualseelen finde ich ein solches Verhalten, des wahllosen Mitmachens nicht gut, da man sich nur noch auf evtl. Symptome zur Dualseelenpartnerschaft und verlangte Eigenschaften konzentriert, als darauf, was in einem Selbst, im Herzen, in der Seele anklingt.

Es gibt kein allgemein gültiges Rezept für Dualseelenbeziehungen, eine jede ist anders, hat andere Qualitäten und Lernwege… andere Anfänge und Ziele.

Eine jede will anders gelebt und geliebt werden … deshalb gibt es keinen Ratschlag der für jeden gut ist… und schon gar keinen Esotrend der dir helfen könnte mit deinem Traumpartner schneller, oder überhaupt, in eine Beziehung zu kommen.

So viele verschiedene Paare es gibt, so viele verschiedene Wege gibt es eine solche Beziehung zu (er) leben.

Ich sehe es so, dass vieles das zu dem Thema verbreitet wird, auch einfach nur ein willkommenes Alibi ist sich nicht mit seinen „eigenen“ Schatten auseinander zu setzen.

Ich meine damit die Schatten die ein jeder für sich alleine in sich trägt.  Und nicht den beliebten Weg des Verdrängens zu gehen, und die Schatten eines anderen zu beurteilen…sondern in sich selbst zu forschen wieso eine Situation nun einmal so ist wie sie gerade ist.

Klar wenn mich am Gegenüber etwas stört, dann löst das etwas in mir aus, eine Resonanz zu etwas, das mir zeigen will hier stimmt etwas nicht…oder vielleicht einfach auch nur… „dazu habe ich gerade keine Lust, um mich damit auseinanderzusetzen“.  

Aber nicht jede Resonanz auf eine Verhaltensweise eines anderen ist gleich ein Spiegel für mein Inneres… Ich kann euch versichern, manchmal pisst mich mein Gegenüber auch einfach nur an, weil er/sie sich vielleicht wirklich gerade doof, unreif, falsch oder total daneben benimmt… ja und da darf sich in meinem Inneren schon etwas rebellierend melden. Das bedeutet nun aber nicht zwangsläufig, dass mir der andere einen Spiegel vorhält, oder mir einen meiner inneren Schatten aufzeigt.  

NEIN … ich bin in diesem Moment einfach nur genervt von etwas… ich finde eine sehr menschliche Reaktion… die ich jetzt auch nicht bis in die kleinste inner Zelle hinterfragen und analysieren muss.  Wieso muss in der heutigen Zeit jede einzelne eigene und fremde Reaktion auseinandergenommen, bis in die kleinste Silbe oder Handlung zerlegt werden???

Ich bin sicher, das was ich hier gerade schreibe, wird dem einen oder anderen auch nicht gefallen … aber deshalb bin ich nun nicht gleich für jeden ein Spiegel, sondern ich bin einfach nur anderer Meinung, erzähle dir einfach meinen eigenen Standpunkt des ~ nicht alles von anderen annehmen wollens ~  … zeige dir meine authentische Seite, die aber nicht Dich spiegeln muss. Genau genommen will ich dir nämlich gar nichts spiegeln, sondern nur meine Meinung erklären, die wiederum nicht die deine sein muss … mehr nicht … so einfach kann das manchmal mit den Spiegeln und Schatten sein.

Das was einer an mir als Spiegel für sich sieht, ist einfach nur meine eigene Meinung zu einem Thema, ist meine eigen Verhaltensweise auf etwas das Du wahrscheinlich anders angehen würdest, ist einfach meine Art, anders als Du und deine Art, auf etwas zu reagieren.

Das ist kein spiegeln, dass ist einfach nur menschlich … ist authentisch leben.

Ich kann mich freuen wie ein kleines Kind vor der weihnachtlichen Bescherung, wenn ich auf Menschen treffen, die anderer Meinung als ich sind, das gibt Stoff für gute Gespräche, für Austausch, für sich in einer Diskussion menschlich näher kommen … und fordert von mir und dem anderen auch die Bereitschaft, seine Meinungen und Ansichten evtl. auch zu ändern.

Und es freut mich verdammt unbeschreiblich, dass Ganze tun zu dürfen, ohne in eine Spiegelform gepresst zu werden. Für mich ist dieses hypermoderne Spiegelgedöns einfach nur das neue unangenehme Schubladensystem, in welches man Menschen einsortiert die einem unangenehm sind, die man nicht leiden kann, oder die einfach andere Meinungen haben… Schublade auf, Menschlein einsortiert, Schublade zu… und Menschleins die sich nicht einsortieren lassen, nun die werden nun zum Spiegel der dir etwas Unangenehmes spiegeln soll, ebenso wie die in einer Schublade geparkte  Person, etwas Unangenehmes verbergen soll.

In einen Spiegel verbannt bleibe ich zwar sichtbar, aber ich werde wieder als etwas „einsortiert“ was ich persönlich nicht so sehe, sondern nur das Gegenüber.

Ich bin in einem Spiegel also nie ICH … bin dort immer nur, was Du in mir siehst.

Ich wünsche mir, auf Menschen zu treffen, die ihre eigenen Meinungen haben, und zeitgleich auch mit den Meinungen anderen umgehen können, ohne sich und/oder Andere darin beständig „spiegeln“ zu müssen… oder die Welt nach deren Schatten abzusuchen, anstatt einfach die Begegnung zu genießen und den anderen gefühlt, mit Worten, mit zuhören und interessiertem hinschauen, kennenzulernen.

© Erika Flickinger

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