Die Liebende und Kriegerin in mir

Die Kriegerin und Liebende in mir weiß voller Vertrauen,

dass alles was ich wissen muss schon in mir schlummert.

Dass ich zu allem was ich leben soll das Wissen in mir trage,

die Grundsteine schon vor langer Zeit in mir angelegt wurden.

Dass alles was sein soll, meinen Weg auch kreuzen wird,

dass sich uraltes Wissen in meinen Tiefen gespeichert hat,

und sich mir erst zur rechten Zeit offenbaren wird.

Sie weiß auch, dass alles was ich erlebe, träume und ersehne,

und ein jeder dem ich begegne, auch der Schmerz und die Tränen,

mich meiner inneren Weisheit Schritt für Schritt näher bringen.

 

Die Kriegerin und Liebende in mir ist voller Zuversicht,

in die für sie gültige und ihr innewohnenden Weisheit,

sie braucht keine Klugheiten anderer, keine Weisheiten von außen,

besonders nicht jener die laut und klug nach außen tönen,

und doch ein ganz anderes Sein vorleben, als sie predigen.

Die Kriegerin und Liebende in mir erkennt mit ihrem Herzen,

einen anderen Krieger ihrer Gesinnung in ihrer Seele und im Herzen,

daran dass er leise seinen Weg geht, bedächtig seine Schritte setzt,

daran dass er auch Schmerz und Leid annimmt, und sieht als das was es ist,

und daran, dass er niemandem seine Wahrheit als die einzig gültige aufdrängt.

Von solch einer mir verwandten Seele nimmt die Kriegerin gerne Lehren an.

 

Und manchmal kreuzen auf meinem Weg  Seelen meiner alten Familie,

Seelen die mit mir vor langen Zeiten Wege und Aufgaben planten.

Ich erkenne sie von Herz zu Herz und an ihrem Schweigen, dass zu mir spricht,

mit ihnen teile ich gerne meine Stille und meine Erkenntnisse und nehme gerne ihre an.

Und mit manch einem von ihnen gehe ich meinen Weg eine Weile gemeinsam,

und wenn unsere Aufgaben getan und unsere Erfahrungen getauscht sind, geht ein jeder

wieder seinen Lernweg frohen Herzens weiter, den anderen immer in sich tragend.

 

Ja und in manchem Leben trifft die Liebende in mir, auf jenen der den zweiten Teil,

ihrer unendlichen Geschichte in sich trägt, jener der den gleichen Herzschlag lebt.

Und mag er sie auch nicht gleich als das erkennen, was sie wirklich sind,

so nimmt sie auch dies als Weisheit in sich auf, denn sie weiß vertrauend auf ihr Sein,

in allem lebt ein Sinn für ihren Weg und ihre Liebe wächst trotz allem in ihrer Stille.

Und sie schaut aus der Entfernung zu ihm hin, erfreut sich an jedem Schritt,

den er in Richtung seiner innewohnenden Weisheit, auf seinem Weg des Herzens geht.

Einem Weg, der sich wenn seine Zeit kommt, auch ohne ihr Zutun, mit dem ihren kreuzen

wird.

Denn jeder Schritt von beiden führt sie langsam zu dem Ort der schon immer beider

Heimat ist.

© Erika Flickinger

(Aus „Die Krieger der Herzen“)

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