Fallen lassen

Weißt Du … manchmal

da wollte ich mich fallen lassen…

einfach von ganzem Herzen voller Vertrauen,

einfach nur fallen und auffangen lassen.

All die Mauern von Jahren

fielen einfach so, als mein Herz

deinen seit Urzeiten bekannten Rhythmus fühlte.

 

Und da stand ich am Rande

des Abgrundes der Gefühle,

die mich so plötzlich überschwemmten,

und ich wollte mich einfach fallen lassen,

in all dieses Fühlen … in all diese Liebe.

Fallen sich gegenseitig auffangen

und gemeinsam zum Flug abheben.

 

Doch da wo ich keine Arme

erkennen kann die mich auffangen,

da wo plötzlich Stille wohnt,

da wird der Sturz zu schmerzhaft

so endlos

so unberechenbar

so einsam

so unendlich still.

 

Und ich stehe noch immer am Rande,

unfähig einige Schritte zurück zu gehen,

lausche mit jeder meiner Fasern auf ein Flüstern,

ein einziges leises und doch so vertrautes …

„komm hab Vertrauen …lasse dich fallen …

beginnen wir gemeinsam diesen Flug“.

© Erika Flickinger

 

Du bist was Du bist

Man ist schon immer genau das was man ist,
und zwar genau so wie das Leben einem will,
eine individuelle wertvolle Persönlichkeit.
Es braucht nur oft ein ganzes gelebtes Sein,
um zu erkennen und zu verstehen,
dass man um wirklich glücklich zu sein,
nur sein eigenes Leben (er)leben kann,
und nicht das was andere von dir erwarten.

© Erika Flickinger

Kreisverkehr

Und oft ist es doch auch so …

da geht einer dem anderen aus dem Weg,

und aus totaler Unsicherheit heraus,

geht der andere dann auch aus dem Weg,

und so entsteht ein Kreisverkehr,

den keiner von beiden unterbrechen will.

Und so laufen sie immerfort im Kreis,

immer schön tapfer aneinander vorbei,

bis dann irgendwann jemand da steht,

und einen von beiden aus dem Kreis zieht.

Und der Andere steht plötzlich still …

und mit ihm seine ganze Welt.

© Erika Flickinger.

Sonnenuntergang der Liebe

Und dann stehst Du im Sonnenuntergang dieser Liebe,

blickst zurück auf all die Gefühle und den Schmerz,

und erkennst darin plötzlich wie diese zarten Pflänzchen,

der Stärke, des Glaubens und der Hoffnung in bunten Farben,

sich sehr zaghaft noch, und sehr verletzbar, aber beständig,

einem neuen strahlenden Sonnenaufgang der Liebe öffnen.

© Erika Flickinger

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Einfach nur lernen

Manchmal musst Du erkennen,

dass dies was Du

für das Größte in deinem Leben hältst,

einfach nur eine Lernaufgabe,

zur Vollendigung eines Themas ist.

Voller Liebe in dir …

lernenswert …

gefühlsaufreibend …

tief sitzend …

fliegen und fallen …

schmerzhaft …

und doch mehr als alles andere erwünscht …

aber nicht fürs gemeinsame Leben geschaffen.

© Erika Flickinger

Der Weg vom Gestern zum Morgen

Das Gestern … das Heute … und das Morgen …

jeder  Menschen erlebt es zum gleichen Moment,

und doch ist der Moment für mich anders als für Dich,

sehe und fühle ich jede Sekunde anders als Du …

nehme ich Farben und Gefühle ganz anders wahr …

fühle ich den Regen auf der Haut ganz anders als Du …

ist mein Ohr vielleicht auf andere Töne geschult als deines …

mache ich an anderen Stellen Rast an denen Du mich überholst,

damit ich dich, wenn meine Schritte schneller sind und vorwärts eilen,

an deinem gewählten Ruheplatz wieder treffe und dir zulächeln kann.

Jeder lebt den gleichen Moment auf seine Weise,

gefärbt durch den Lauf seines eigenen Lebens, seiner eigenen

Erfahrungen … Gefühle … Erlebnisse … Empfinden.

Mein Weg mag auf der gleichen Strasse verlaufen wie Deiner,

und doch ist es ein anderer Weg für mich als für jeden Anderen,

mit anderen Zielen … Wünschen … Gefühlen und Sehnsüchten.

Der deine führt vielleicht gerade durch strahlenden Sonnenschein,

während der meine noch durch den Nebel des Erkennens führt,

und manchen Sonnenstrahl fühle nur ich während Du den Sturm spürst.

Also lass uns gemeinsam den einen Weg gehen, der jedem ein anderer ist,

lass uns zusammen schauen und fühlen und gemeinsame Worte finden,

und so treffen wir mitten auf dem Weg des Andersseins und Fühlens,

auf unsere Gemeinsamkeiten im Inneren unserer persönlichen Individualität.

© Erika Flickinger

Gefühle

Manches Gefühl ist einfach nicht greifbar,

wie soll man es dann begreifen,

doch man fühlt es … fühlt es ständig,

aber es fehlen die Worte es zu beschreiben.

So ist es auch mit dem Schmerz,

Du fühlst ihn … erlebst ihn … (er)leidest ihn,

kannst ihn aber nicht greifen und verstehen,

und Du wirst ihn nicht wirklich beschreiben können.

Was Du nicht verständlich in Worte fassen kannst,

kannst Du auch nicht dauerhaft ausradieren.

Es bleibt einfach so in dir, in deinen Inneren stehen,

wie es in deine Seele geschrieben wurde,

und dir bleibt nur zu warten,

bis die unaussprechlichen Worte,

die auf dem Papier der Gefühle gezeichnet wurden,

von alleine verblassen und in der Erinnerung untertauchen.

© Erika Flickinger