Verzeihen

Verzeihen bedeutet nicht zu vergeben und sich weiterhin alles gefallen zu lassen.

Ich schreibe hier nicht von einmaligen oder unbedachten Verletzungen, sondern von jenen Menschen und Situationen, die dich immer und immer wieder verletzen.

Von Menschen dich als Abladefläche ihrer Launen benutzen, oder öfter deine Gefühle verletzen, dich regelmäßig belügen oder ständige Versprechungen geben, welche sie nie beabsichtigen zu halten, und manches andere mehr.

Zu Verzeihen bedeutet nicht auch noch die andere Wange zum Schlag hinzuhalten, oder ständig neue Verletzungen entgegenzunehmen.

Verzeihen bedeutet für mich ….

Ich verzeihe dir was Du getan hast, es bedeutet aber nicht, dass ich vergessen kann.

Verletzungen heilen nicht alleine durch Verzeihen aus, sie brauchen Zeit, denn manche Verletzung kann auch so tief gehen, dass sich dabei alte Wunden wieder öffnen.

Verzeihen bedeutet für mich auch,  dem anderen zwar zu Vergeben, mich aber selbst, wenn meine Seele dies fordert, aus all dem Vergangenen, Gegenwärtigen und vielleicht auch dem zukünftigen Geschehen herauszunehmen, die Situation zu verlassen.

Ich muss keine Projektionsfläche für neue Verletzungen bieten, solange das Gegenüber, trotz meiner Erklärung, sein Verhalten nicht als Verletzung mir gegenüber erkannt hat.

Denn manch einer gewöhnt sich allzu schnell daran, dich auf diese Weise zu behandeln, sein Verhalten weiter zu leben und mit deinem Verzeihen zu rechnen.

Es zeigt keine wirkliche Eigenliebe, wenn Du immer und immer wieder einsteckst und dann doch wieder Vergibst.

Wenn Du gebrochene Versprechen immer wieder als gegeben hinnimmst, verletzt Du dich selbst damit, und hilfst dem Gegenüber nicht sich zu ändern, und am allerwenigsten hilft es dir, wenn Du dann auch noch Entschuldigungen für das Verhalten, des Gegenüber suchst, damit verletzt Du dich auf Dauer am allermeisten selbst.

Wenn z.B. eine Person dir immer wieder das gleiche Versprechen abgibt, es aber nie hält, ist dies definitiv eine Verletzung für dich, denn Du trägst die Enttäuschung, Du empfindest die Trauer darüber … Du wirst dadurch immer und immer wieder verletzt. Dein Gegenüber aber gewöhnt sich daran, dass Du alles einsteckst und sieht es mit der Zeit als selbstverständlich an, denn Du vergibst ihm ja wieder, wieso sollte er/sie dann etwas ändern?

Man sollte auch lernen zu erkennen, wo die Verletzungen und Enttäuschungen nicht aufhören werden, solchen Menschen sollte man zwar Verzeihen, ihnen dann aber wenn möglich den Wind aus den Segeln nehmen, indem man sie der Vergangenheit übergibt, oder deutlich auf Distanz geht, und vor allen Dingen ein klares Nein ausspricht, ein Nein zu ihnen, welches ein Ja für deine Zukunft bedeutet.

Es ist keine Feigheit, wenn man sich nach mehrmaligen Enttäuschungen auf sich selbst besinnt, solchen Menschen einfach verzeiht, und dann seiner Wege geht.

Aber man sollte dabei nie vergessen, auch sich selbst zu verzeihen, dass man sich einer solchen Situation so lange ausgesetzt ließ.

Es erfordert Mut, sich selbst zu sein, zu sich selbst zu stehen, und deutlich zu zeigen, dass man sich selbst zu wertvoll ist, um immer und immer wieder enttäuscht, belogen und damit verletzt zu werden.

Nehmt euch aus solchen „Beziehungen heraus“, geht zumindest eine Weile auf Abstand, solche Menschen brennen euch innerlich einfach aus.

Geht lieber eurer Wege, mit der Aussicht all das Erlebte auch irgendwann einmal vergessen zu können, denn bleibt ihr in einer solchen Situation, wird euch der Betreffende weiterhin verletzen, und dann liegt das Verzeihen irgendwann jenseits der Grenze des Möglichen, und das Vergessen und innerliche Heilen wird nur noch schwer möglich sein.

© Erika Flickinger

 

Ein Gedanke zu „Verzeihen

  1. Liebes Universum, es ist eingetreten, was ich mir niemals vorstellen hätte können … ich habe den entscheidenden Schritt gesetzt und beschlossen, diese Begegnung zu beenden. Mein Herz und meine Seele sind müde geworden. Sie sind müde geworden all dieser Zerwürfnisse, der Vorhaltungen, der Unterstellungen der Vergangenehit, der Tage und Wochen ohne Kontakt, der Hoffnung, der Ratlosigkeit, der Sehnsucht, des Spagats zwischen “wir sind EINS” und der Verleugnung von allem was zwischen uns je war. Ich bin zu müde um weiterhin ein Leben zwischen Himmel und Hölle zu führen, ich kann nicht mehr. Mein Kopf sagt mir schon lange, so kannst du nicht weiter machen, du darfst dich für diesen Menschen nicht kaputt machen, so darfst du dich nicht behandeln lassen, schau endlich hin, setze endlich Schritte, wo bleibt dein Selbstwert? Deine Selbstachtung? Mein Herz und meine Seele allerdings versagten bisher meinem Kopf die Gefolgschaft und sie hatten und haben immer und immer wieder gesiegt ….

    Das Jubilieren meiner Seele allein beim Gedanken an diesen Menschen, verstummte immer mehr und mehr. Wenn ich Bilanz ziehe, dann sehe ich wie sehr ich mich verändert habe, welche Lektionen des Lebens ich mit diesem Menschen lernen habe dürfte.
    … und doch liebe ich noch genauso wie am Beginn, meine Seele liebt diese andere Seele unendlich, aber … diese Seelenliebe hat keinen Platz hier in dieser Welt…

    Und jetzt? Tat er etwas, und ich merkte ich mißtraute ihm, immer noch, weil es Vertrauensbrüche gab. Doch nun achte ich auf mein Herz, wie sagte er mal? Vielleicht hast Du Dich ja getäuscht? Wie oft soll ich mich noch täuschen? Wie oft noch? Ich bin wieder ICH selbst, habe alle meine Kraft und Energie zurück, ich bin mir zu wertvoll geworden.
    Ein NEIN zu ihm, gab ein JA zu mir. Der WEG mit mir.

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