Nicht zu nah

Und leise kaum hörbar sprach Sie zu Ihm.

„Wenn Du mir zu nahekommst, muss ich mich zurückziehen,

Denn Du kommst meinem Inneren zu nahe.

Da drinnen, da wo ich so berührbar bin, leben all meine Dämonen.

Meine Ängste, meine Sorgen, tiefe Verletzungen, Abwehr.

All dies geschützt von Mauern und starker Munition.

Sie würden dich da treffen, wo ich dich verschonen will.

Wenn Du mir zu nahekommst, werden sie dich verschlingen,

und ich möchte dich nicht verlieren.

Deshalb, komme mir nicht zu nahe, damit Du bei mir bleiben kannst.“

Er zog Sie an sich, schloss sie in seine Arme und flüsterte Ihr zu.

„Mein Herz, komme mir zu nahe, komme tief in meine Seele,

denn dort wohnen auch alle meine Dämonen.

Jene die mich schon ein Leben lang schützen,

vor Ängsten und Sorgen. Jene, die so tief verletzt sind,

und voller Abwehr Mauern bauten, gegen alles, was nach Liebe klingt.

Heile uns, indem Du auch meine Dämonen siehst und erkennst,

sie suchen einander schon so lange, denn es sind auch die Deinen.

Komme ganz nahe zu mir heran, lass uns einen Tanz beginnen,

der uns über unsere Ängste hinweg zur Liebe führt.

Komm mir nahe mein Herz, verschone mich nicht,

vereine unsere Dunkelheit, damit wir sie mit unserer Liebe füllen.

Lass unsere Dämonen ihren Tanz beginnen,

denn nur so vereint sich auch unser Licht.

Komme mir nahe, ganz nahe,

damit wir aus unseren Ängsten ausbrechen und in den Himmel steigen können,

damit ich bei dir zu nahe kommen und Du bei mir bleiben kannst.“

© Erika Flickinger

 

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