Zeilen für Dich …

Meine schönsten Zeilen

habe ich der Welt verschwiegen …

auch dir, dem sie doch einst galten …

die zärtlichsten Worte

ließ ich in ihrem Schlaf,

damit sie sich in die Unendlichkeit deiner

Seele atmen, des Nachts,

wenn Du dich in das Land

des Verdrängten träumst.

© Erika Flickinger

Im Hier und Jetzt

Woher willst Du wissen, wer ich bin und wie ich zu fühlen habe?

Wer gibt Dir das recht, mir zu sagen, wie ich mich leben müsste?

Die einzige Person, die Dir diese Befugnis geben darf, bin ICH!

Jedoch gebe ich dieses fundamentale Recht über meine IchSein

nicht in fremde Hände, die nur die eigene Wahrheit umklammern.

Wieso nimmst Du dir die Berechtigung, mir zu sagen,

ich würde anders fühlen, als ich es Dir mitteile?

Woher nimmst Du die Dreistigkeit, zu behaupten,

ich würde nicht meinen, was ich sage, sondern verdrängen, was war,

um mir dann deine Schulweisheiten als einzige Wahrheit aufzudrücken?

Du sagst, ich lebe unehrlich, weil ich Vergangenheit als das sehe, was sie ist,

etwas das gewesen ist, das mich geformt hat, zu dem der ich jetzt bin,

aber auch als Etwas, das nicht mehr änderbar ist jedoch voller Weisheit für mein Jetzt.

Du denkst vielleicht, ich lebe unehrlich,

weil ich mich weigere das Gewesene in die Zukunft zu tragen,

und eben diese Zukunft nicht in mein Jetzt zerre

um sie vorab nach den Zwängen, der Vergangenheit zu formen.

Du nennst mich Esoteriker, weil ich sage,

„Ich lebe ihm Moment, denn das Jetzt ist meine Zeit“

und nicht das Davor oder das Danach.

Du versuchst mir, in schönen Worten zu erklären,

dass ich sehr wohl die Vergangenheit in mir trage und diese mein Handeln beeinflusst.

Ja, natürlich tut sie dies, wie sonst wäre ich heute, da wo ich bin,

genau hier, in diesem Moment, den ich lebe und fühle, im JETZT.

Und doch umarme ich diese Vergangenheit, die der deinen so gleicht,

und die uns doch so verschieden wachsen ließ.

Ich erwachte aus all dem, was war, in mein Leben hinein,

Du bliebst in den Alpträumen, dessen was war, einfach schlafend hängen,

dich weigernd dein Leben zu sehen als dies was es ist …

ein Ergebnis deiner Vergangenheit und eine Chance, so stark zu werden,

die Zukunft als etwas Neues zu begrüßen und diese zu ehren,

indem Du sie werden lässt, wie was sie sein kann,

ohne die Bürde einer Vergangenheit, die Du nicht loslassen kannst.

Du erkennst den Unterschied nicht,

des im Vergangenen leben und des aus der Vergangenheit geformt werden.

Ich nenne Dich verblendet, weil Du nur nach Anerzogenen und Gelernten

Dogmen, die deine Wahrheit des Lebens bilden, existieren kannst.

Ich nenne Dich unehrlich, weil Du glaubst, zu wissen, was ich fühle und verdränge.

Ich nenne Dich einen Verdränger, weil Du in der Vergangenheit hängst

und der Gegenwart ihre Chancen verweigerst und somit auch den Schritt in die Zukunft,

als der der Du wirklich bist, da Du lieber bleibst, wer Du einmal warst.

Du irrst noch immer durch deine längst vergangene dunkle Zeit

und möchtest mir sagen, wie ich meine Zukunft sehen soll,

weil Du nicht verstehst, dass ich die Schmerzen der Vergangenheit

in Chancen für eine sonnige Zukunft gewandelt habe.

Und nun sage mir … wer von uns beiden lebt Unehrlichkeit …

und wer von uns Beiden verdrängt seine Vergangenheit?

© Erika Flickinger

 

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Sie dreht sich einfach um

Dann dreht Sie sich einfach um,

schaut auf den neuen Weg vor ihr

und geht los … weg von dort,

wo Ihre Gefühle nur leere Löcher

in einer Seele füllen sollten,

die den Sinn des Lebens

nicht in der Kraft zu sich selbst,

sondern in der Beachtung anderer sucht.

Sie geht den ersten Schritt, bleibt stehen,

schaut zurück, mitten hinein in dein Sein

und sieht deine Pein, den Du Ihr auferlegen wolltest,

diesen Schmerz, den Du nicht tragen möchtest,

den Du Ihr mit Worten deiner Zuneigung

auf Ihre Schultern legtest, nicht achtend,

wie zart diese Schultern eigentlich sind.

Sie hört noch einmal deinen Atem,

der nur in Worten des eigenen Kummers

so vielfältig in dunklen Schattierungen zu sprechen fähig war.

Sie erkennt, dass all Ihr Licht, nicht befähigt ist,

deine selbstgewählten Kerkerräume zu erhellen.

Denn da wo einer nur die Dunkelheit liebt,

da wird Ihr buntes lebensbejahendes Scheinen

dein schwarzgrau nicht umarmen können.

Und dann schaut Sie wieder nach vorne,

geht erleichtert den zweiten Schritt,

erobert sich Ihren Weg zurück.

Mit sich trägt Sie die Erkenntnis,

dass keine Zuneigung und sei diese noch so tief,

in der selbstgewählten Dunkelheit

eines anderen Herzens in bunten Farben aufblühen kann.

Und dann geht Sie mit jedem neuen Schritt

hinein in die Welt Ihre eigenen leuchtenden Farben.

© Erika Flickinger

Erkennen

In deinem Weggehen

erkenne ich dich,

mehr als je zuvor.

In deinem Schweigen

höre ich deine Gefühle,

deutlicher denn je.

Indem Du dich

von mir entfernst,

näherst Du dich

umso mehr

meiner Seele an.

© Erika Flickinger

Weißt Du Mann …

Weißt Du,

die Frau, die sich selbst gefunden hat,

schwebt nicht in spirituellen Sphären,

Sie lebt bewusst im Augenblick,

im Jetzt und doch ganz bei sich.

Sie lebt nicht im Vergangenen,

und verplant ihre Zukunft nicht.

Sie weiß, einzig Hier und Jetzt,

bei sich selbst findet ihr L(i)eben statt.

Hier im jeweiligen Moment,

beendet Sie die Vergangenheit,

und setzt den ersten Schritt in die Zukunft.

Sie wird sich nicht von Dir einsortieren,

verplanen oder vergleichen lassen.

Sie wird nicht so sein, wie Du Sie wünschst,

dafür aber immer die Ehrlichkeit leben,

sich selbst zu sein und sich Dir offen zu zeigen.

Weißt Du,

Sie wird sich nicht verletzen lassen,

ohne innerlich wie äußerlich zu reagieren.

Eine solche Frau wird nicht zur Marionette,

bei der Du die Fäden ziehen und Sie lenken kannst.

Nein lieber Mann,

falls Du nur eine schöne Hülle suchst,

die Du mit deinen Vorstellungen füllen willst,

wird diese Frau sehr anstrengend für dich sein.

Sie wird Dir liebevoll aber bestimmt erklären,

dass Du übergriffig und lieblos handelst.

Sie wird Dir zeigen, dass Du Sie nicht umformen

oder Sie zu dem prägen kannst,

was Du als Ideal erkennst.

Sie wird Liebe geben, aber auch fordern,

eine Art Liebe, in der jeder frei ist,

sich selbst zu leben und doch

einander so wundervoll zu ergänzen.

Die Art der Liebe wünscht Sie sich von Dir,

bei der jeder sich selbst verwirklicht,

um sich so gemeinsam

in eine Einheit hineinzul(i)eben.

Und weißt Du Mann,

Sie verzeiht Dir einmal aus tiefstem Herzen,

und vertraut das Du die Weisheit erfährst,

wie wahre Liebe sich gemeinsam ins Leben atmet.

Jedoch verletzt Du Sie erneut mit deinem Ego,

oder fügst Ihr in deinem Ehrgeiz sie zu formen, Wunden zu,

wird Sie sich wortlos umdrehen und neue Wege gehen.

© Erika Flickinger

Unperfekt

Sie möchte nicht perfekt sein,

würde dies doch bedeuten, dass Sie denkt,

alles in sich zu vereinen,

was man als richtig ansieht.

Aber, Sie ist nicht richtig für andere,

sondern für sich selbst.

Sie lebt so, dass Sie sich mit sich selbst wohlfühlt,

völlig ungeachtet dessen,

was die Welt als richtig oder falsch ansieht.

Sie hat für sich erkannt,

dass Sie das echte Leben nur da findet,

wo keine Perfektion gefordert ist,

weil nur Veränderung Ihre Seele bereichert.

Sie weiß, dass Perfektion nicht existiert,

sondern nur eine Entschuldigung dafür ist,

sich nicht mehr weiterzuentwickeln,

da stehen zu bleiben wo man gerade steht,

denn Perfektion beinhaltet,

dass alles erreicht ist,

dass nichts mehr zu erfahren ist.

Da Sie jedoch den Weg der Erfahrung wählte,

ist Sie alles andere als perfekt.

Sie bleibt im Wandel des Erlebens,

tief in Ihrer Seele wissend,

dass Sie das Leben erfahren und fühlen will,

und deshalb niemals Perfekt sein kann.

© Erika Flickinger

(Aus „Die Krieger der Herzen – die Herzkriegerin“)