Die Erleichterung Du selbst zu sein

Irgendwann fällt Dir auf, dass nicht alles, aber doch vieles was Du suchst, genau da draußen ist, da wo andere Dir sagen, dass Du nicht suchen sollst, weil doch alles, was Du wünscht und suchst, in Dir selbst sei.

Du wirst fühlen, das gerade da draußen alles lebt, was dich in deinem Inneren ergänzte und vervollständigt. Das Du all dies, an was es dir im Inneren mangelt, eben nur „da Draußen“ finden kannst. In einer Situation, einem Gegenüber, der/die dich perfekt ergänzt, oder dir zeigt, was Du noch lernen und fühlen darfst. Denn genau diese Situationen zeigen dir doch, wer Du wirklich bist, was du liebst oder ablehnst, was zu dir gehört und was dein Leben nur erschwert.

Oder dir wird irgendwann so klar, dass solche Sprüche wie, alles was du in dir Visualisierst, oder was in dir lebt, sich im Außen manifestiert und es vorher für dich unerreichbar bleibt, einfach nur heiße Luft sind, ein Trugschluss und eine Erkenntnis, für deren Erreichung Du so viel deiner kostbaren Lebenszeit vertan hast.

Ebenso die Behauptungen, dass Du nur im Außen siehst, was in deinen Inneren lebt und Du somit in allem Negativen im Außen nur deinem eigenen Innenleben begegnest, wird dich nicht auf Dauer weiterbringen. Es wird dich vielmehr schwächen, weil Du selbst dir dann jegliche negative Situation und jedes negative, abwertende oder verletzten Verhalten dir gegenüber, als eigene Schwäche und Fehler suggerieren wirst. Dabei verlierst Du immer mehr, deine vielen wundervollen und positiven Eigenschaft aus den Augen und aus deinem Gefühl. Du stufst dich selbst auf das herab, was da draußen negativ wirkt.

Aber vielleicht wirst Du irgendwann fühlen, dass all dies dich nur festhält, dich zu einem Schaf in einer gesichtslosen Masse mutieren lässt, ein Mensch, der keine eigene Meinung mehr hat, der seine Individualität zugunsten einiger selbsternannter Meister, Lehrer und Gurus aufgegeben hat. Vielleicht erkennst Du, dass Du dich in die Herde ihrer blind gewordenen Schäfchen einreihst, die immer euphorisch nachblöcken, was ihnen ein anderer, immer und immer wieder in einer Dauerschleife einflößt. Solche Menschen betest Du dann regelrecht an, stellst sie auf ein Siegertreppchen, einen Thron, und bemerkst nicht, dass Du ihnen den Platz zuweist, der eigentlich dir selbst gebührt. Denn Du bist es doch, der die Richtung deines Lebens suchen und finden sollte. Und dein Weg sollte ein individualistischer sein. Ein Weg, der dich und deine eigenen Überzeugungen, Vorlieben, Abneigungen, Talente und Gefühle repräsentiert und nicht die Werte eines anderen.

Und wenn Du diesen Weg für dich selbst gefunden und erobert hast, dann solltest Du auf dem Siegertreppchen deines Lebens stehen dürfen, um zu sagen, ich habe es geschafft, ich habe meinen Lebenssinn gefunden und lebe meine Träume und meine eigenen Visionen in die Welt hinaus. „Ich bin der Sieger und Eroberer meines Lebens“.

Du wirst dich unsagbar frei fühlen, wenn Du erkennst, dass Du nicht zu Jenen gehören musst, die unter einer Art Massenhypnose, ihre so wertvolle Authentizität wegwerfen und dafür auch noch teuer bezahlen dürfen, mit ihrem Geld, ihrer Zeit, ihrem eigenen Selbst und Ihrem Selbstbild.

Du darfst erkennen, dass nicht Du, für all dies verantwortlich bist, was dir das Leben präsentiert, sondern dass es einfach Menschen gibt, die unsensibel und egoistisch sind, die Ihre Vorteile auf deinen Unsicherheiten aufbauen, die dich als Sprungbrett für die eigene Karriere benutzen.

Oder dass Du einfach einem Menschen oder einer Situation gegenüberstehst, die keine Innenschau von dir fordert, sondern Handeln, Widersetzen, sich selbst behaupten und seelisch zu wachsen.

Vielleicht siehst Du dann auch, dass Du manchen Situationen nicht ausweichen kannst, weil das Leben sie dir als Prüfsteine in den Weg legt, und dass Du diese Prüfungen nur meistern kannst, wenn dir klar ist, dass diese dir nicht deine „Defizite, Mängel und Schwächen“ aufzeigen wollen, sondern dich stärken und wachsen lassen, indem Du dich ihnen stellst und sie bewältigst.

Es ist dann aber auch zu einfach, stehen zu bleiben und Ewigkeiten in ich selbst zu forschen, was dir da nun gezeigt wird, was ja nur in deinen Inneren leben kann, anstatt die Ärmel hochzukrempeln und die Situation anzugehen und zu meistern. Oder deinen Gegenüber Kontra zu geben und dich selbst dabei zu behaupten. Oder aber, was manchmal die beste Option ist, die Situation einfach vorbeigehen lassen und zu erkennen, dass sie einem überhaupt nichts sagen oder aufzeigen will.

Denn es kann auch eine Art von Egoismus und zu starker Selbstbezogenheit sein, sich jegliche Situation, jedem Menschen, der nicht so reagiert, wie es ins eigene Selbstbild passt, oder jegliches was schiefgeht, als Hinweis zu sehen, was in dir „persönlich“ nicht stimmt.

Leider wählen zu viele dann den gemütlichen Weg, den der Selbstverleugnung, indem sie in sich suchen, was da gar nicht vorhanden ist. Weil es eben so schön einfach ist, zu tun was man einem vorsagt, oder sich in sich selbst zu verkriechen und in einer imaginären Suche unterzutauchen.

Nein … nicht alles Negative, Schlimme, Verletzende, Herabwürdigende außerhalb von dir, spiegelt dich und dein Inneres wieder, ganz im Gegenteil. Gerade weil es dich stört, wütend oder traurig macht, zeigt es dir auf, wie viele positive Eigenschaften in dir stecken, wieviel Liebe und Mitgefühl in dir selbst leben. Lass es dir nicht zerstören, verstecke es nicht vor dir selbst, indem Du solche Lehren als deine eigenen annimmst. Dies bist nicht Du, der dir dies lehrt, es sind andere, die dir vorleben, wie man sich selbst verleugnet und entfremdet.

Und es fällt eine Riesenlast von Dir, weil Du endlich Du sein kannst, ohne etwas zu suchen, das nicht für dich bestimmt ist. Du wirst erstaunt sein, wie viele eigene Weg Du plötzlich erkennst, die dich und deine Persönlichkeit fördern und nicht das Ego eines anderen, indem Du etwas folgst, was dieser für dich ausgewählt hat.

Du wirst dich dann sehr wahrscheinlich voller Freude und kindlicher Neugier auf den Weg   machen, um dich selbst noch besser kennenzulernen. Und vielleicht ist es die größte Erleichterung überhaupt für dich, dich endlich selbst so anzunehmen, wie Du nun einmal bist, denn das Leben, wünscht sich dich genauso um sich dir in seiner ganzen Vielfalt, die es für dich bereithält, zu zeigen und dir deine Wachstumschancen präsentieren zu können, welche Du dann wahrscheinlich auch voller Tatkraft annehmen kannst.

© Erika Flickinger

Rating: 5.0. From 2 votes.
Please wait...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.