Gefühlte unzählige Leben

So lange

habe ich ihn freigehalten,

den Platz,

den ich dir in meinem Leben gab.

So lange,

die Stelle verteidigt,

auf die Du nie Anspruch erhoben hast.

So lange

stand ich reglos da,

unfähig die Blockade zu öffnen,

die jedem versagte

Licht in den Raum zu füllen,

den Du mit Dunkelheit gefüllt hast.

So lange,

ein wahres Übermaß an Leben,

habe ich der Liebe verweigert,

mich zu bereichern,

weil ich es als Verrat

an uralten Gefühlen spürte

als Verrat an Dir …

und der Glaube in mir lebte,

die Liebe zu verlieren,

wenn ich dich losließe.

Ich habe die Liebe verloren,

über gefühlte unzählige Leben,

weil ich festhielt, an dem,

der doch nie da sein wollte.

Der Platz neben mir hat sich geöffnet,

die Fläche dessen, was ich dir gewährte,

durfte im Dunkel untertauchen.

Im Licht blieb ein freier Platz,

den mein Leben füllen darf.

Nach gefühlten unzähligen Leben

habe ich beruhigend klar erkannt

„was Liebe nicht ist!“ …

Die gefühlte Wahrheit ist …

das im Gehen lassen

die größte Liebe zu sich selbst lebt.

© Erika Flickinger

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