Verlorene Worte . . .

Ich glaubte die Worte verloren,

fühlte nur Buchstaben …

zwischen all den

Fragezeichen …

Silben …

Punkten und Kommas

und so viele leere Zeilen …

unfähig sich in Sätze zu fügen.

Indessen zeichnete sich tief in der Seele

ein Bild in liebevoll gefühlten Farben,

dass nicht ich die Worte schrieb,

sondern die Worte schrieben mich.

Sie erzählten mir davon,

dass da wo innere Leere atmet,

sich nichts Buntes entwickeln kann.

Jedoch wo man sein inneres Reich

mit alltem Sehnen,

Hoffen und Wünschen füllt,

da kann sich nichts Neues formen,

nichts in geschriebenen Farben artikulieren.

Wo innen nur Unwiederbringliches lebt,

zeichnen die Silben keine lebensfrohen Töne.

Ich glaubte die Worte verloren,

doch die Worte verloren mich nicht.

Sie hielten mich im Schweigen,

um all dies, was gehen wollte,

in die heilende Energie der Stille zu führen.

Im Herzen zu erkennen,

dass manches im Leben gelebt ist,

unwiederbringlich vorüber gegangen,

um neuem Fühlen Raum zu schenken,

war es, was den Fluss der Worte

wieder zum Strömen bewegte.

Ich glaubte die Worte verloren,

doch verließ mich nur, was überflüssig war …

Überholt … lautlos und blass …

nicht mehr in die Farben meines Lebens passend.

Es bleibt nun Raum, um ihn zu füllen,

mit dem, was ich gestern noch nicht war,

und heute schon wieder im Wandel steht.

Die Worte sind nicht verloren …

sie wollen in neuen Tönen und Farben berichten,

von dem was ist und sein wird …

nie mehr von dem, was einmal war.

Ich glaubte die Worte verloren …

doch hielten sie mich sanft zwischen den Silben,

während ich heilte und mich

in meinen eigenen Farben neu „er“fand.

© Erika Flickinger

Rating: 5.0. From 1 vote.
Please wait...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.