Schmetterlingspaare

Es ist mir ein Bedürfnis heute über etwas zu schreiben, was mir im Internet über den Weg kam.

Ich habe, was Dualseelen und Seelenliebe angeht, schon viel Seltsames, viel Unfug und viel Utopisches gelesen, aber das hier lässt mich nur noch sprachlos schauen.

Ich finde es faszinierend, wie man einem Thema, bei dem schon alles und noch so viel mehr geschrieben wurde, dann plötzlich einen neuen Namen überzieht und wieder neue Geschichten, Regeln und Anleitungen findet, die man dazu berichten kann.

Aus Dualseelen wird dann ein Schmetterlingspärchen.

Dem/der Schreiber/in ist wohl nicht bewusst, wie kurzlebig so ein Schmetterlingsleben ist. (Obwohl, es handelt sich hier ja um Durchgaben)

Wie anfällig diese Tiere sind ist wohl, trotz allem spirituellen Bewusstsein, nicht bewusst geworden.

Sie sind nicht einfach nur hübsch anzusehen …

Viele Schmetterlingsarten werden einige wenige Tage alt, manche nur einen Tag. Bei bestimmten Arten sind die Weibchen flügellos und nur die Männchen haben Flügel, dies, um die Weibchen aufsuchen zu können.

Viele dieser sehr kurzlebigen Schmetterlingsarten haben noch nicht einmal die nötigen Organe, um in den wenigen Tagen Lebenszeit Nahrung zu sich zu nehmen.

Bei jenen, die wenige Monate leben dürfen, sterben die meisten in der ersten Frostnacht.

Dies sind ja wundervolle Aussichten für ein Schmetterlingspärchen, sich beim ersten partnerschaftlichen Frost, einfach aufzulösen.

Die höchste Lebenserwartung hat wohl der Zitronenfalter von bis zu elf Monaten. Die Arten, denen mehr als ein paar Tage vergönnt ist, sterben nach wenigen Wochen.

Ich weiß nicht, ob es so erstrebenswert ist, ein Schmetterlingspärchen zu sein. Am Ende wäre ich dann noch eines der Schmetterlingsweibchen, die ohne Flügel ihr kurzes Dasein fristen hoffend, dass das mit Flügeln gesegnete Männchen mich besucht.

Bevor man einem Thema, welchem die Erklärungen ausgehen, ein neues Image überwirft, sollte man sich doch zumindest schlaumachen, was es bedeutet.

Nicht nur das Schöne, leichte Bunte und Zauberhafte sehen, sondern auch die tiefere Bedeutung eines Namens, einer Gattung oder was auch immer, anschauen und erkennen.

Es ist mir schon klar, dass hier nur die positiven und augenscheinlich zauberhaften Attribute des Schmetterlings gemeint sind, aber alles hat auch eine andere Seite, die beachtet werden will.

Es hört nicht auf, dass man einem Thema, das Gefahr läuft, sich totzulaufen, oder weil der Schreiber oder das „Medium“ besonders mit dem Thema auffallen wollen, ständig neue Namen zu geben.

Aus welcher Motivation heraus auch immer, gibt es immer noch einen, der wieder eins draufsetzt, um so eine Liebesbeziehung noch mystischer noch unerreichbarer aber umso anstrebenswerter erscheinen zu lassen.

Gerade auf der Seite, auf der ich diese gelesen habe, gibt es seit sehr langer Zeit schon, ständig neue Erklärungen, Dimensionstore, Schwingungsebenen, bedingungslose Herzkraft, die entwickelt werden will und noch so vieles mehr, was plötzlich noch erkannt und bewältigt werden will.

Gerade diese erwähnte Seite ist ein ewiger Brunnen, neuer Instruktionen, die kein lebender Mensch erfüllen kann.

Mit solchen und ähnlichen Seiten und Aktionen vermittelt man immer mehr das Gefühl, Dualseelen seien eine unerreichbare Stufe auf dem imaginären Siegertreppchen, auf welches Liebende hinaufwollen, um sicher zu gehen, dass nur sie eine einmalige Liebe leben.

Oder aber, um noch mehr Liebende frustriert werden zu lassen, weil sie denken, so eine tiefe Liebe ist für sie in diesem Leben zumindest unerreichbar.

Das dann auch noch darübergeschrieben wird, dass diese Schmetterlingspärchen das Ende der Inkarnationsschleife leben sollen, setzt dem Ganzen meines Erachtens ja noch ein besonderes Krönchen auf.

Hier wiederum würde sich vielleicht erklären, wieso man gerade den kurzlebigen Schmetterling als Namenspaten erwählt hat.

Die Kymische Hochzeit wertet dies auf keinen Fall auf.

Hier ist die Rede davon, dass „Die kymische Hochzeit auf allen energetischen Leveln ihres physischen und kosmischen Seins können auf diese einzigartige Weise nur Seelenzwillinge erfahren.“

Hier sagt die Behauptung „auf allen energetischen Leveln“ eigentlich alles aus, was es zu dieser Theorie zu sagen gibt.

Das Niveau oder der Rang, das/den man in diesem Leben innerhalb des Themas Liebe zu erreichen vermag.

In Spielerkreisen bedeutet Level die Schwierigkeitsstufe, die man erreichen soll, oder auf der man gerade spielt.

Man kann alles als Spiel sehen, um zu schauen, wer das Siegertreppchen erreicht!“

Ich denke nicht, dass in der geistigen Welt, von der wir kommen, wohin wir wieder zurückkehren, die Liebe als ein Spiel oder eine Olympiade der Liebe angesehen wird, dass man dort die „Sternenlichtpaare“ (wie die Autorin die Schmetterlingspaare auch bezeichnet), die gewisse Level durchgespielt haben, mit dem Siegerkranz ehrt, weil sie einfach alles glaubten, um besonders zu sein oder um diese besondere Liebe zu finden, und man in der anderen Welt gespannt darauf wartet, wer die Levels alle durchläuft.

Das Besondere daran finde ich, dass solche Theorien, ja meist von denen ausgesagt, gechannelt oder was auch immer wird, die zeitgleich für Bescheidenheit und Demut plädieren. Ich finde es wenig bescheiden und demütig, hinter etwas imaginären herzu Hecheln, von dem kein Mensch weiß, ob es so existiert, nur um alle Levels zu absolvieren, und uns den Göttern (kymische Hochzeit) gleichstellen soll.

Zu der Kymischen Hochzeit möchte ich in einem späteren Artikel mehr schreiben.

Hier in diesem Beitrag nur so viel dazu. Eine kymische Hochzeit findet zwischen einer Göttin und einem Gott statt und soll die Verschmelzung beider darstellen.

„Wer sich den Göttern gleichstellt, lebt an seinen eigenen Lebensaufgaben vorbei und möchte größer wirken als er ist.“

Aber eine gute Filmidee wäre es wohl schon.

© Erika Flickinger

4 Gedanken zu „Schmetterlingspaare

  1. Hallo liebe Erika,

    Das empfinde ich genauso wie du. Man hat das Gefühl das immer wieder neue unsinnige Regeln erfunden werden. Die Erfasser oder selbsternannte Gurus stellen sich dann als erleuchtet dar. Das ganze führt zu gar nichts und nervt mich nur noch.

    Ich glaube im tiefsten Herzen an Seelenverwandte und Dualseelen. Aber ich denke sie sind ganz normale Menschen mit guten und schlechten Seiten. Jedes Pärchen hat seinen ganz eigenen Weg wie es ihm eben gut tut.

    Ich möchte mit meiner wenn die Zeit eben kommt einfach noch ganz viel Zeit verbringen und gemeinsam durch dick und dünn gehen. Da gibt es keine Regeln oder irre Prüfungen die kein Mensch braucht.

    Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleib so wie du bist 🙂

    Liebe Grüße Sebastian

    • Ja Sebastian so ist es. Es tauchen von überall her neue Instruktionen und Theorien auf und manche davon klingen nur noch nach Wahnsinn.
      Im Grunde sind wir einfach Menschen, die alle mit ihrem eigenen Lebensplan hier sind und die Chance haben, sich zu entwicklen.
      Wie dem auch sei, jeder darf seine eigenen Ansichten haben und wen es jemand braucht, sich solchen Dingen anzuschließen, so wird auch dies zu dessen Dasein gehören sollen 🙂
      Jedoch wie Du so schön schreibst … man sollte lieben ohne Regeln, ohne irgendwelche seltsamen Prüfungen und sich von seiner Seele und seinen Gefühlen leiten lassen.
      Tief im Inneren weiß jeder, wohin der Weg ihn führen soll und vielleicht braucht manch einer erst eine solche Erfahrung, weil er Angst davor hat, welche Gefühlstiefe er eben da so tief in sich selbst entdecken könnte ;).
      Ich wünsche Dir ein wundervolles neues Jahr
      Liebe Grüße
      Erika

  2. Hier in diesem Beitrag nur so viel dazu. Eine kymische Hochzeit findet zwischen einer Göttin und einem Gott statt und soll die Verschmelzung beider darstellen.
    Einen Menschen mit Göttern gleichzustellen hat in meinen Augen schon einen „leichten“ Hauch von Größenwahn

    …. und was ist daran nun Größenwahn???

    • Liebe Jasmin … Das Wort Größenwahn klingt vielleicht wirklich etwas zu hart. Ich möchte es umformulieren und so ausdrücken.
      „Wer sich den Göttern gleichstellt, lebt an seinen eigenen Lebensthemen vorbei und möchte größer wirken als er ist.“

      Wer sich den Göttern gleichstellt, flieht vielleicht vor seinem eigenen Leben und vor seiner eigenen menschlichen Größe. Denn sind wir nicht hier, um gerade unsere Talente, Vorzüge, Aufgaben und unsere eigene Größe in uns selbst zu finden und zu leben? Wer sich den Göttern (ich möchte Daraufhinweisen, das ich Götter schrieb, nicht Gott) gleichstellt, hat nach meinem Erachten, den Sinn des eigenen MENSCHSEINS noch nicht gefunden oder möchte ihn nicht sehen. Ein solcher Mensch achtet seine eigene Größe nicht und lebt lieber die Attribute eines Gottes, als die eigenen inneren göttlichen Anteile. So gesehen finde ich es als vermessen, sich an den Qualitäten eines Gottes zu messen, als die eigenen menschlichen Schwächen und Missionen zu erkennen, zu achten und zu leben. Es ist einfacher sich im Schatten göttlicher Qualitäten einzuordnen, als die eigenen zu erkennen und so zu formen. Es ist einfach er sich im Schatten eines Gottes anzusiedeln, als das eigene göttliche Licht im eigenen Leben zum Leuchten zu bringen.
      Letztendlich sind wir hier, damit unsere Seele sich entwickeln und reifen kann.
      Daher:
      „Wer sich den Göttern gleichstellt, lebt an seinen eigenen Lebensthemen vorbei und möchte größer wirken als er ist.“

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