Frei Sein

Als Er erkannte,

dass all dies, was man Ihn lehrte,

all das Wesentliche anderer,

und deren Ansichten über das MannSein,

mit dem man Ihn füllte,

nichts ist, was zu Ihm gehört,

konnte Er innerlich leer werden,

und Er wurde unsagbar frei in sich selbst,

für all dies, was Ihn wirklich ausfüllt.

Endlich konnte Er all die Aspekte

des Kriegers in Seiner Seele wieder finden,

die Er schon so lange vor der Welt verbarg.

Den Verletzlichen,

dessen Tränen zu lange nicht fließen durften,

und Ihn austrockneten, obwohl Er innerlich ertrank.

Den Zarten,

der, anstatt die Fäuste zu ballen,

lieber versöhnend Seine Hände reichen wollte,

und doch nur geschlossen Hände vorfand,

weil Frieden nicht in das Weltbild anderer passt.

Den Traurigen,

der Sein Leid tief in sich verschloss,

um für die Welt da draußen den Clown zu spielen,

weil leidende Männer als schwach galten.

Den Friedvollen,

der so müde war sich Kämpfen zu stellen,

wo Er doch so gerne Verbundenheit mit allem leben wollte,

in einer Welt in der nur Kämpfen Profit bringt.

Den Liebenden,

der lieber verletzte als verletzt zu werden,

weil die Fähigkeit sich selbst zu lieben

Ihm so fremd geworden war,

der sich aber nach liebevollen Umarmungen sehnte,

die Ihm zeigten, dass Er in Seinem so Sein liebenswert ist.

All diese Männer konnte Er

in der Stille mit sich selbst wiederfinden und umarmen,

diese in Ihm verstreuten Aspekte des Kriegers,

die nur darauf warten, dass Er sie in sich wiedervereint,

sie ans Licht trug und all dies was man Schwäche nennt,

zu Seiner einzigartigen Stärke erwachen lässt.

Der Krieger in Ihm ist erneut erwacht

und fühlt sich wieder frei in sich selbst,

um all die Liebe bewusst zu leben,

nach der sich der Mann in Ihm schon immer sehnte.

© Erika Flickinger

(Aus – „Die Krieger der Herzen – Der Herz-Krieger“)

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