An sich selbst arbeiten . . .

Ich mag es kaum mehr hören, diesen Satz „Aber ich habe doch so sehr an mir gearbeitet.“

Ich finde, dies ist in den letzten paar Jahren ein verheerender Trend, der zu nichts führt, außer dazu, dass man sich konstant unter Stress setzt, weil man immer und in wirklich jeder Situation schaut, was diese einem gerade sagen will und was man hier zu lernen hat. Das erzeugt dauerhaften Druck und hält einem von den wirklichen Lebensaufgaben ab.

Diese seltsame esoterische (nein ich sehe dies nicht als spirituell an) Strömung erzeugt Menschen, die krank, misstrauisch, stressüberladen, unglücklich und ohne Freude werden, weil sie nämlich nie einen Erfolg erkennen werden, weil diese Art an sich zu arbeiten, auf Dauer gesehen, sie immer weiter von sich selbst wegführt.

Und weil man die Forderungen, die da mitunter gestellt werden, niemals erreichen kann, da sie gegen die eigene Natur gehen und dadurch nur Frust erzeugen wird.

All diese Menschen, die glauben permanent an sich, ihrer Entwicklung und Ihrem Wachstum arbeiten zu müssen, bleiben meist einfach auf der Stelle stehen.

Und weißt Du wieso? Weil diese Menschen vergessen, einfach sich selbst zu leben, nur sich selbst zu fühlen, weil alles hinterfragt und bis ins Kleinste zerlegt wird, sogar die eigenen Gefühle werden auseinandergenommen, bis die Seele keine mehr ausdrücken mag, da diese sich von ihrem Menschen nicht mehr ernstgenommen und verstanden fühlt.

Denke einmal darüber nach.

Spiritualität, so wie sie in einem jeden von uns lebt, leuchtet aus sich heraus und zeigt der Welt dein ureigenes Licht.

Spiritualität lässt jeden an seine eigenen Grenzen und Seelenschätze stoßen. Ein spiritueller Lehrer wird auch immer bemüht sein, dir einen Weg zu zeigen, den DU gehen kannst. Er wird ihn nicht mitgehen, wird eher stiller Beobachter bleiben, denn ihm ist bewusst, auf deinen Weg gehören deine Fußspuren, nicht die seinen.

Er würde dir aufzuzeigen oder vorzuleben versuchen, wie Du zu dir selbst findest und nicht, wie Du auf seine eigenen Wege oder die anderer gelangst.

Licht und Liebe … ein ach so beliebtes und doch mit am meisten unverstandenes Thema in der heutigen Zeit.

Wie wäre es denn, wenn man sich selbst einmal still und mit Abstand betrachtet. Aber dabei nicht danach sucht, was man angeblich noch zu bearbeiten hat, was an einem selbst falsch ist oder was man sein sollte, sondern danach, wer man wirklich ist, was man geleistet hat, wer man im Grunde sein möchte.

Ich schlage vor, sei zufrieden damit, wie Du bist. Du bist nämlich genauso gewollt.

Du musst nicht sein, wie irgendwer zu meinen glaubt, wie Du als Einheitsschäfchen zu sein hast.

NEIN … du solltest dir selbst der treueste Fan sein und stolz auf dein Spiegelbild schauen und dir tagtäglich bewusstmachen, was es alles Tolles, Schönes, Bezauberndes, Außergewöhnliches, Eigenartiges und nur für DICH typisches an dir gibt.

Hier, genau hier, liegt dein Weg in deine eigene Art Licht und Liebe zu leben.

Sag Dir, „ab jetzt bin ich mir mein eigener Meister und verbünde dich mit deiner Seele, die dir alles, wonach sie sich sehnt, mitteilt.

Sie spricht deutlich mit dir, in ihrer speziellen, nur für dich verständlichen Sprache.

Sie zeigt dir tagtäglich jeden Moment, wo dein Seelen-Weg zu finden ist.

Du musst nicht schöner, besser, reicher, klüger, egofreier werden!

Du musst nicht dein inneres Kind bis zur Erschöpfung umerziehen und du musst auch nicht licht- oder liebevoller werden.

Du darfst einfach nur Du selbst sein!

Warum???

Weil Du genauso gewollt bist, wie du eben bist.

Wie wäre es, wenn Du dich einmal darauf fokussierst, dass alles an dir richtig ist, alles gut ist, und das vieles was andere dir als Lernaufgabe aufzeigen wollen, unnötiger Balast auf deinem Lebensweg ist.

Wie wäre es, wenn Du einmal zu dir selbst stehst, so wie Du bist und annimmst, dass Du in deiner unvergleichlichen Art, mit all deinen Ecken und Kanten und angeblichen Fehlern, etwas Besonderes bist.

Was wäre, wenn Du nicht in allem Jedem kleinen Erlebnis danach suhen würdest, was es dir zu sagen hat? Wie wäre es, wenn Du statt dessen die Momente deines Lebens nimmst wie sie sich zeigen, ohne jede Sekunde davon zu hinterfragen? Was könntest Du in all der Zeit Schönes und Sinnvolles tun, was deine Seele wirklich heilt?

Wie wäre es, wenn Du dir vornimmst, nicht mehr liebenswerter zu werden, weil Du es schon bist, und dich Dir selbst zuwendest und dich von all den Propheten, Lehrern und Coaches abwendest, weil Du deine eigene Art von Liebenswürdigkeit suchen, erkennen pflegen möchtest?

Was denkst Du, würde es in dir auslösen, wenn Du all den Druck von dir nimmst, von dem was man fordert, dass Du sein sollst?

Und was glaubst Du geschieht, wenn Du keinen Lebensratgebern, Coaches, Licht und Liebe-Fordernden mehr folgst und nur nach deinem ureigenen Licht in dir selbst schaust?

Du wirst zu einem leuchtende Vorbild werden dafür, wie schön und erleichternd es sein kann, nur Du selbst zu sein.

Denn kein anderer, wirklich kein anderer, kann fühlen wie Du fühlst, kann entscheiden wie Du entscheidest, kann Liebe so wie Du geben und kann nicht in dem Licht leuchten, wie es dir zu eigen ist. Daher kann dir auch niemand sagen, wie Du leben sollst.

Man kann dir einzig die möglichen Wege zeigen. Jedoch, einen davon auswählen und ihn dann gehen, dies musst Du selbst tun. AUf dem Weg vielleicht erkennen, dass es nicht der richtige war, fordert dir dann den Mut ab, die dies einzugestehen und einen anderen Weg zu wählen. Dies erfordert den Mut, auf sich selbst zu vertrauen schenkt dir aber auch das wundervolle Erlebnis, dich selbst besser kennenzulernen.

Glaube mir, Du würdest nach und nach, in den schönsten Farben leuchten.

In deinen eigenen Farbnuancen, die nur Du so zum Scheinen bringen kannst.

Und das Schönste daran, zwischen all dem was Du sein lässt, um Licht und Liebe zu leben, liebenswerter, weicher und für anderer schöner zu werden, dazwischen würde dein wahres Ich, welches bis kurz vors Erlöschen mit all den Forderungen fast erstickt wurde, aufleuchten und scheinen, so wunderschön wie eben nur dein ureigenes Licht leuchten kann.

In all den Aktionen und Anleitungen, um an dir selbst so hart zu arbeiten … liegt oft nur ein Ziel, das Ego dessen zu befriedigen, der dir diese Wege, die angeblich die deine seien, schönredet.

Es mag sein, dass er diesen Weg als den für dich richtigen empfindet … und doch … er kann deinen Weg nicht kennen, weil er die Gefühle, die Du auf den von ihm aufgezeigten Weg nicht mit dir fühlt, weil es in ihm anderes auslöst als in Dir.

Als Geschenk, wenn Du all diese Aufgaben, die dich so hart an dir arbeiten lassen, all die Wahrheiten von anderen, hinter dir lässt, steigt dein wahres Licht in wundervollen Farben auf und leuchtet dir den Weg in ein selbstbestimmtes Leben aus. Und mitten in diesem Licht scheint eine Botschaft für Dich:

„Höre auf so mühevoll an dir zu arbeiten, höre auf funktionieren zu wollen, und vor allen Dingen höre auf damit, in einem Licht scheinen zu wollen, das nicht deiner eigenen Seele entspringt. Genieße was Du bist und liebe es wie Du dich selbst zeigen kannst. All diese Arbeit an dir selbst, nimmt dir so viel deiner wertvollen Lebenszeit weg. Erkenne, dass Du hier bist, um Dich selbst kennenzulernen und dich in deiner unverwechselbaren Art selbst auszudrücken. Fange an zu leben und zu scheinen was Du wirklich bist.“

© Erika Flickinger

Rating: 5.0/5. Von 2 Abstimmungen.
Bitte warten...

2 Gedanken zu “An sich selbst arbeiten . . .

  1. Wow wahnsinn einfach toll geschrieben liebe Erika 🙂

    Da kann man nichts hinzufügen da stimme ich bei allem voll zu, schönes Wochenende dir!

    Liebe Grüße

    Sebastian

    Noch keine Stimmen.
    Bitte warten...
    • Danke Sebastian … Auch dir ein wundervolles Wochenende 🙂

      Liebe Grüße
      Erika

      Noch keine Stimmen.
      Bitte warten...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.