Selbstbewusste Spiritualität

Selbstbewusste Spiritualität.

Sich und seinem eigenen Können bewusst sein. Zu erkennen, dass so vieles in einem selbst lebt und jedwede Entscheidung von einem selbst getroffen werden kann.

Das Verstehen, dass man nur selbst seine eigenen Antworten finden kann.

Auch das Annehmen des eigenen Egos. Es pflegen und kultivieren, so dass das eigene wahre Selbst immer mehr zum Vorschein kommt.

Das Selbst, dass eigene innere Zentrum des Seins, der Mittelpunkt, der eigenen kleinen Welt.

Zu erkennen, dass dieses Selbst alle Antworten für die eigene kleine Welt in sich trägt und diese Erkenntnis zum eigen Wohl und dem Wohl aller anderen zu leben.

Dabei nicht zu vergessen, dass dies, was man als Selbst in sich erkannt hat, immer neu kennen- und lieben lernen darf und auch soll.

Sobald man sein Ego – sein Selbst erkannt und angenommen hat, die Erfahrung zu machen, dass jeder andere sein eigenes Zentrum in sich trägt und hier achtsam die Grenzen zu achten, ohne die eigenen zu verleugnen, pflegt das eigene Ego und die Achtung vor anderen.

Wenn man dabei zum inneren Beobachter des eigenen Ego werden kann, und sich darin übt, die eigenen und die Erfahrungswerte andere anzuerkennen und mit den eigenen Lebensthemen harmonisch zu vereinen, lebt inmitten einer selbstbewusst gelebten Spiritualität.

Ein gesundes Ego ist sich seiner selbst ebenso bewusst, wie der Tatsache, dass jedes andere Lebewesen seine eigene Mitte (sein Ego) leben und kultivieren darf.

Wer so lebt, kann jeden anderen neben sich bestehen lassen, ohne dessen Grenzen als ungesundes Ego zu bezeichnen.

Wer die Grenzen anderer missachtet, verleugnet damit auch dessen eigenen Lebensaufgaben.

Ein gesundes spirituell gelebtes Ego ist fähig, über den Tellerrand hinaus mit jeden anderen Ego zu kommunizieren und dessen Licht, mit dem eigenen Licht zu erweitern und durch das Licht- oder die Erkenntnisse eines anderen selbst umso mehr zu leuchten.

Selbstbewusste Spiritualität bedeutet aber auch, sich umzudrehen und zu gehen, da wo man versucht, ihm das eigene Ego schlecht oder kleinzureden oder gar abzusprechen. Sie erachtet es auch nicht als nötig hier Überzeugungsarbeit zu leisten, würde dies doch bedeuten, dass eigen Ego will den Kampf und die Wahrheit eines anderen ausfechten. Dies ist nicht selbstbewusst, sondern selbstüberschätzen und übergriffig.

Eine selbstbewusst gelebte Spiritualität braucht keinen Kampf darum, wer im Recht ist und kann sich auf lebhafte und daher auch gesunde Diskussionen einlassen, denn aus jedem Gespräch gewinnt eine solche Spiritualität neue Eindrücke und neue Erkenntnisse, ohne dabei anderen die eigene Meinung aufzudrängen. Gesund gelebte Spiritualität sagt dir auch niemals „Du musst“, sondern zeigt dem anderen mögliche Türen, die er öffnen- oder sie einfach ignorieren kann.

Jemand der seine eigene Spiritualität auf gesunde Weise lebt, wird sich jedoch aus Gesprächen herausnehmen, in denen es nur darum geht, wer der Klügere, der Weisere, derjenige mit der ultimativen Wahrheit ist. Gespräche, die eine solche Wende nehmen, zeigen mehr als deutlich, dass einer von beiden nicht selbstbewusst genug ist, andere neben sich leuchten zu lassen.

Ein Mensch, der sich und der eigenen Spiritualität, bewusst ist, zeigt Missstände auf, macht auf Ungerechtigkeit aufmerksam und spricht aus, wie er selbst über manches denkt.

Er zeigt dadurch andere neue Blickwinkel auf, schauen und darüber nachdenken, Aufdrängen jedoch wird er diese, seine eigene Wahrheit niemanden. Die Wahl hinzuschauen oder auch nicht überlässt er dem Gegenüber und dessen innerer Mitte.

Selbstbewusst gelebte Spiritualität, fühlt, dass dies, was für sich selbst wahr und gut ist, für einen anderen der falsche Weg sein kann. Doch fühlt sie auch, dass in der Wahrheit eines anderen, wertvolle Denkanstöße- und Blickwinkel für ihn selbst verborgen sein können.

Hinschauen, Nachdenken, Reflektieren und ja, auch bewerten was für das Eigene Selbst gut ist, ist gelebte und selbstbewusste Spiritualität.

Gerade das Bewerten ist so wertvoll, den wie will man ohne bewerten für das eigene seelische Wohl, die eigenen Wahrheiten erkennen und leben können.

Und wie will man, ohne zu bewerten, erkennen, wann ein Thema oder eine Überzeugung, sei es das Eigene oder von anderen inspirierte, nicht mehr für den eigenen Weg dienlich ist.

In dem Sinne lebe so selbstbewusst, dass Du auch erkennen magst, ob dein Ego die Führung übernimmt oder deine Wahrheiten gelebt werden wollen.

Sobald Du dich jeder anderen Meinung verschließt und diese als Null und nichtig abtust, lebst Du eine mehr als ungesunde Spiritualität.

Sobald Du die Wahrheit eines anderen, als die Wahrheit schlechthin lebst, lebst Du ebenso eine ungesunde Spiritualität, da Du dabei deine eigene innere Mitte, die voll von Weisheiten für dich persönlich ist, ignorierst und dir somit deinen eigenen Weg absprichst.

Selbstbewusste Spiritualität weiß, dass die Wahrheit eines anderen ebenso wertvoll ist, wie die eigene, sie zwingt nicht, überzeugt nicht und drängt nichts auf. Jedoch geht sie ihrer eigenen Wege, wenn andere ihr ohne Kompromisse, die eigene Wahrheit absprechen und durch deren Überzeugungen ersetzen wollen.

Spiritualität macht den anderen nicht abhängig oder kleiner als er ist, sie baut auf und schenkt Freiheit … sich selbst und anderen.

© Erika Flickinger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.