Weiße Blätter im Staub der Zeit

Auf unbeflecktem Papier

finden all die Worte ihren Raum,

die ich dir nicht sagen kann.

Ein paar Seiten weißes Papier

werden zum Bewahrer

tiefster Gefühle . . .

endloser Liebe . . .

unendlicher Sehnsucht . . .

und der Feigheit meiner Selbst..

Und einst, in ferner Zukunft

findet jemand einige Schriftstücke

zwischen Gerümpel . . .

anderen Zeugen der Vergangenheit . . .

aufbewahrten Habseligkeiten . . .

und sonnendurchflutet flirrenden Staub.

Einst weiße unbelastete Blätter

lose zusammengelegt …

mit dem Zauber der Liebe gebunden,

beschützt vom Staub der Zeit,

tragen Sie all den Kummer …

all die Sehnsucht …

all die Liebe …

welche in meinem Herzen lebte,

deren Worte und Sehnsüchte,

zwar gefühlt jedoch verschwiegen wurden,

nicht wissend, ob der geliebte Mensch,

diese hätte in sich fühlen wollen . . .

vielleicht darauf gewartet hat.

Jedoch die Zweifel und Ängste siegten!

So wurde beendet, was niemals begann.

Und vielleicht wiegen sie einmal

in den Händen derer, die nach mir kommen,

so leicht und doch so gewichtig,

dass sie von Staub der Zeit befreit,

die Herzen derer verzaubern,

welche meine verschwiegenen Worte,

laut von den vergilbten Zeilen herab,

vorgetragen und neugeboren,

in die Gegenwärtigkeit des Seins fließen lassen.

Vielleicht wird ihr Zauber von Einst

in der Zukunft seine Kraft entfalten,

um einem Liebenden, den Mut zu schenken,

all dies, was Herz und Seele bewegt,

in Worten zu sprechen und die Erkenntnis zu schenken,

dass alles was verschwiegen wird,

nur Traurigkeit ins Leben atmet.

Und vielleicht … ja nur vielleicht,

kann der Finder meiner Verschwiegenheit,

dadurch den Mut gebären,

all dies, was ungesagt in ihm schlummert,

nicht nur auf weißes unbeflecktes Papier,

stattdessen voller Liebe in seine Realität zu zeichnen.

© Erika Flickinger

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