Alte Latschen . . .

So lange schon ist Sie herausgewachsen,

aus den unbequemen Einheitslatschen all derer,

die nur den Weg der Erleuchtung und das Strahlens suchen.

Sie hat sie verlassen, die spätpubertäre Phase,

des Glaubens, nur Licht und Liebe heile die Welt.

Sie hat kristallklar die Machtkämpfe erkannt,

welche um den hellsten Schein geführt werden.

Sie hat die ausgetretenen überbevölkerten Wege,

voller Suchender und Liebe vorspielender Menschen

hinter sich gelassen, ist abgebogen in die Wildnis,

die Unberechenbarkeit und Natürlichkeit des Lebens.

Sie hat erkannt, dass immer Lachen- Liebe- Freude versprühen,

ein Selbstbetrug, Irrweg und Verleugnung des wahren Lebens ist.

Sie bevorzugt die stillen Wege,

meidet die überbevölkerten Gemeinschaftsplätze all derer,

die glauben, immer zu strahlen sei der Sinn des Lebens.

Sie sucht nach den Schatten, der Kühle, der Lautlosigkeit,

zwischen all dem erzwungenen lauten Leuchten.

Sie kann sich an der Dunkelheit des Schweigens erfreuen,

denn hier, nur hier, findet Sie den Sinn des Lebens,

indem Sie sich im tiefsten Inneren selbst erkennt und feiert.

Sie liebt es die Freiheit zu haben,

sich zu lieben oder abzulehnen,

zu schweigen oder zu singen,

zu laufen oder den Stillstand zu zelebrieren,

wissend, nur Sie selbst bestimmt Ihre Geschwindigkeit.

Und so tanzt in den Nächten Ihre Seele,

singend zum Rhythmus der eigenen Schatten,

und führt sich selbst auf diese Weise zu einem Licht,

welches nicht die aufdringliche Gemeinschaft

der sich selbstdarstellenden prahlenden Erleuchtung sucht,

sich jedoch wohlfühlt, umhüllt von der Melodie des eigenen Seins.

Sie braucht Sie nicht, diese Hypes und Must-haves, der Erleuchtungsjäger.

Sie lehnt sie ab, die aufdringlich lauten Licht- und Liebe Wege.

Die Selbstdarstellung vor anderen, um zu gefallen.

Denn, Sie ist glücklich und herausgewachsen

aus den Schuhen des erzwungenen Happylebens,

hat sich ein kuscheliges Zuhause eingerichtet,

zwischen Ihren eigenen Schatten und dem, was das Leben Sie lehrt.

Sie ist herausgewachsen, aus dem Gefühl, dazugehören zu müssen,

denn es lebt sich so wahrhaft, in dem, was die eigene Seele fühlt.

Sie vermisst es nicht, dieses geballte Egotreiben all jener,

die behaupten, sie Leben- Lieben und Lachen.

Nein, Sie braucht es nicht,

diese Jagd nach den spirituellsten Erlebnissen,

denn Sie trägt nun, die Mokassins, des eigenen Lebensweges.

Sie hat erkannt, dass seelischer Fortschritt sehr persönlich ist,

dass Wachstum in einem selbst geschieht.

Und dass keine singende, tanzende Gemeinschaft,

Ihr so viel Reife bietet, wie der Austausch mit der eigenen Seele,

und das Gehen des ureigensten Weges,

hineinwachsend in bequemen alten Latschen,

geht Sie mitten durch die Lichter und Schatten Ihres Seins.

© Erika Flickinger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.