Sie dreht sich einfach um

Dann dreht Sie sich einfach um,

schaut auf den neuen Weg vor ihr

und geht los … weg von dort,

wo Ihre Gefühle nur leere Löcher

in einer Seele füllen sollten,

die den Sinn des Lebens

nicht in der Kraft zu sich selbst,

sondern in der Beachtung anderer sucht.

Sie geht den ersten Schritt, bleibt stehen,

schaut zurück, mitten hinein in dein Sein

und sieht deine Pein, den Du Ihr auferlegen wolltest,

diesen Schmerz, den Du nicht tragen möchtest,

den Du Ihr mit Worten deiner Zuneigung

auf Ihre Schultern legtest, nicht achtend,

wie zart diese Schultern eigentlich sind.

Sie hört noch einmal deinen Atem,

der nur in Worten des eigenen Kummers

so vielfältig in dunklen Schattierungen zu sprechen fähig war.

Sie erkennt, dass all Ihr Licht, nicht befähigt ist,

deine selbstgewählten Kerkerräume zu erhellen.

Denn da wo einer nur die Dunkelheit liebt,

da wird Ihr buntes lebensbejahendes Scheinen

dein schwarzgrau nicht umarmen können.

Und dann schaut Sie wieder nach vorne,

geht erleichtert den zweiten Schritt,

erobert sich Ihren Weg zurück.

Mit sich trägt Sie die Erkenntnis,

dass keine Zuneigung und sei diese noch so tief,

in der selbstgewählten Dunkelheit

eines anderen Herzens in bunten Farben aufblühen kann.

Und dann geht Sie mit jedem neuen Schritt

hinein in die Welt Ihre eigenen leuchtenden Farben.

© Erika Flickinger

Erkennen

In deinem Weggehen

erkenne ich dich,

mehr als je zuvor.

In deinem Schweigen

höre ich deine Gefühle,

deutlicher denn je.

Indem Du dich

von mir entfernst,

näherst Du dich

umso mehr

meiner Seele an.

© Erika Flickinger

Vergangen

Ich erkenne dich nicht mehr,

in all den Dingen, die einst von Dir sprachen.

In all den Momenten, die deinen Namen trugen.

Ich sehe dich nicht mehr,

im Aufblitzen der Sonne,

dem Erblühen eines Gänseblümchens,

nicht einmal mehr im Schatten

der Enttäuschung und Wehmut.

Ich höre dich nicht mehr,

zwischen dem Schweigen unserer Seelen …

welches einst so viel sprach …

von Dir und Mir und Uns.

Ich fühle dich nicht mehr,

wenn meine Gedanken wandern,

um an Orte zu reisen, deren es sich lohnt,

sich fühlend an Glück zu erinnern.

Es liegt eine schweigende Andacht

über all dem,

was einmal nach Glück schmeckte.

Es liegt Frost über all den Momenten,

die einst fühlbar das Leben ausmachten.

Es ist still geworden,

dort, wo Du einst, durch dein Tun,

die Mauer um mich fallen ließest.

Und doch, strahlt hier ein Licht

dass mich ausfüllt und erhebt …

dass Licht der Befreiung und Loslösung,

von den all Dingen und den

Momenten und der Stille,

die einst zu mir sprachen,

von Dir … von Mir … von UNS!!!

© Erika Flickinger

Merken

Staub…

Staub

hat sich ausgebreitet

über der kurzen Zeit

die wir gemeinsam hatten …

Staub der Zeit

und jedes Körnchen davon

ein Moment unseres Seins …

Ich beobachte

wie Moment für Moment

der Vergangenheit,

Staubkorn für Staubkorn

ehemaligen Fühlens,

sich niederlassen,

in dem Raum

der dir und mir gehörte.

Sachte legt sich eine Staubschicht

über die Vergangenheit

deckt zu was niemals sein wird …

nur deinen Namen

den schreibe ich sachte

mit zitterndem Finger hinein.

© Erika Flickinger

(Aus „Liebe geboren für den Abschied“ bei Amazon)

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