Zurück zu mir

In der Stille habe ich mich wieder gefunden …

mich alleine … ohne dich … ohne ein Wir …

denn in deinem Schweigen

ging der Weg zwischen uns verloren …

in deiner Abwendung von mir,

löste sich das Wir auf wie Nebel im Sonnenlicht.

Hier, an dem Punkt, da ich alleine auf unserem Weg stand,

lag mein Anfangspunkt, zurück zur Heimat in mir selbst.

© Erika Flickinger

 

Vergangenheit

Du kannst der Vergangenheit

nicht wieder entgegengehen,

Du kommst keinen Schritt vorwärts

auf dieser endlosen Straße,

die gepflastert ist von

Leiden,

Träumen,

Sehnsüchten,

Liebe,

Einsamkeit

Hoffnungen

neuen Schritten und Erfahrungen

erfüllter und unerfüllter Wünsche.

Du kannst deine Spuren nicht rückwärtslaufen,

der Staub der Zeit hat sie sanft

mit der Unendlichkeit zugedeckt.

Dieser Weg auf dessen Verlauf du glaubst,

einst dein Glück verloren zu haben …

dieser Pfad an dessen Zenit du

die verlorengegangene Liebe glaubst …

er hat keinen Platz mehr für deine Schritte.

Du wirst dich heillos verlaufen …

in einer Vergangenheit,

die sich selbst eine neue Zukunft suchte.

© Erika Flickinger

Sie dreht sich einfach um

Dann dreht Sie sich einfach um,

schaut auf den neuen Weg vor ihr

und geht los … weg von dort,

wo Ihre Gefühle nur leere Löcher

in einer Seele füllen sollten,

die den Sinn des Lebens

nicht in der Kraft zu sich selbst,

sondern in der Beachtung anderer sucht.

Sie geht den ersten Schritt, bleibt stehen,

schaut zurück, mitten hinein in dein Sein

und sieht deine Pein, den Du Ihr auferlegen wolltest,

diesen Schmerz, den Du nicht tragen möchtest,

den Du Ihr mit Worten deiner Zuneigung

auf Ihre Schultern legtest, nicht achtend,

wie zart diese Schultern eigentlich sind.

Sie hört noch einmal deinen Atem,

der nur in Worten des eigenen Kummers

so vielfältig in dunklen Schattierungen zu sprechen fähig war.

Sie erkennt, dass all Ihr Licht, nicht befähigt ist,

deine selbstgewählten Kerkerräume zu erhellen.

Denn da wo einer nur die Dunkelheit liebt,

da wird Ihr buntes lebensbejahendes Scheinen

dein schwarzgrau nicht umarmen können.

Und dann schaut Sie wieder nach vorne,

geht erleichtert den zweiten Schritt,

erobert sich Ihren Weg zurück.

Mit sich trägt Sie die Erkenntnis,

dass keine Zuneigung und sei diese noch so tief,

in der selbstgewählten Dunkelheit

eines anderen Herzens in bunten Farben aufblühen kann.

Und dann geht Sie mit jedem neuen Schritt

hinein in die Welt Ihre eigenen leuchtenden Farben.

© Erika Flickinger

Erkennen

In deinem Weggehen

erkenne ich dich,

mehr als je zuvor.

In deinem Schweigen

höre ich deine Gefühle,

deutlicher denn je.

Indem Du dich

von mir entfernst,

näherst Du dich

umso mehr

meiner Seele an.

© Erika Flickinger

Vergangen

Ich erkenne dich nicht mehr,

in all den Dingen, die einst von Dir sprachen.

In all den Momenten, die deinen Namen trugen.

Ich sehe dich nicht mehr,

im Aufblitzen der Sonne,

dem Erblühen eines Gänseblümchens,

nicht einmal mehr im Schatten

der Enttäuschung und Wehmut.

Ich höre dich nicht mehr,

zwischen dem Schweigen unserer Seelen …

welches einst so viel sprach …

von Dir und Mir und Uns.

Ich fühle dich nicht mehr,

wenn meine Gedanken wandern,

um an Orte zu reisen, deren es sich lohnt,

sich fühlend an Glück zu erinnern.

Es liegt eine schweigende Andacht

über all dem,

was einmal nach Glück schmeckte.

Es liegt Frost über all den Momenten,

die einst fühlbar das Leben ausmachten.

Es ist still geworden,

dort, wo Du einst, durch dein Tun,

die Mauer um mich fallen ließest.

Und doch, strahlt hier ein Licht

dass mich ausfüllt und erhebt …

dass Licht der Befreiung und Loslösung,

von den all Dingen und den

Momenten und der Stille,

die einst zu mir sprachen,

von Dir … von Mir … von UNS!!!

© Erika Flickinger

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