Zerbrochen

Weißt Du …

Sie ist an so vielen Stellen zerbrochen,

und wieder zusammengewachsen.

Manchmal stellt Sie sich vor,

welch schiefes Bild Sie abgeben könnte,

mit all den Brüchen, die Ihre Seele erfuhr,

mit all den Narben auf Ihrer inneren Landschaft

und all den unzähligen Wunden,

die in der inneren Dunkelheit Heilung erfuhren.

Ihre Seelenlandschaft erinnert an einen Fleckerlteppich,

vielfältig, mit bunten und wild gemusterten Sprenkeln

neuen Fühlens, die sich zwischen all die uralten,

wundervollen Grauschattierungen Ihrer Narben webten.

Zwischen all den Flickstellen

finden sich so viele zerfledderte verblasste Stellen,

die in all dem neuen Bunt Ihres Lebens,

ihren eigenen Charme versprühen.

Ja … Sie ist an so vielen Stellen zerbrochen,

und doch zieren neue Triebe des Lebens,

jede einzelne Ihrer unzähligen Bruchlinien,

und ergeben das Bild einer Seelenlandschaft,

die so wundervoll bunt und schief,

den perfekten Rahmen für Ihre Art des Liebens bildet.

© Erika Flickinger

Schenke Dich nicht leer …

Weißt Du …

nicht immer bekommst Du zurück,

wenn Du beständig nur gibst.

Manchmal schenkst Du dich einfach leer

und nur die Hoffnung bleibt,

dass irgendwann zurückkommt,

was Du aus übervollem Herzen gegeben hast.

Und deine leergeschenkte Hülle

füllt sich mit der Erkenntnis aus,

das ständiges Geben, keine Garantie ist,

selbst empfangen zu dürfen,

was Du Dir so sehr ersehnst.

Gib von Herzen, aber gib bedächtig.

Und vor allen Dingen,

gib nicht mit dem Gedanken,

dass großzügiges Geben

auch ein Empfangen beinhaltet.

Schenken ist kein Tauschhandel,

auch wenn es so schön heißt,

wer gibt, der wird auch empfangen.

Wer mit solchen Gedanken gibt,

der gibt nicht von Herzen,

sondern vom Kopf gesteuert.

Wer so gibt,

wird selten auch empfangen dürfen.

Gib mit Bedacht,

ohne Dich selbst dabei leer zu schenken,

aber dafür von Herzen,

so gibst Du Dir und anderen am meisten.

© Erika Flickinger

Bunt Gefühltes

Neu Gefühltes,

möcht ich beschreiben

in fließenden Tönen

mit schwarzer Tinte

deren Bunt

in den Zeilen leuchtet.

Für dies

was mich so berührt,

erfinden sich

neue Worte,

die einzig geboren

um farbenprächtig

auf Papier zu zaubern,

was dunkel

in der Seele ruhte.

In Worte kleiden

mag ich alles,

was bewegt,

was in mir lebt

und liebt.

Denn hier

aus dem Bunt

unseres Lebens

fliegen die Worte

in das Dunkle

deiner Seele,

um meine Finsternis,

in deinem Nachtgrau

in bunt Gefühltes

zu wandeln.

© Erika Flickinger