Verweht . . .

Und dann wird er unleserlich,

der Name, der einmal alles bedeutete …

in dem alles schwang und vibrierte …

Vergangenheit … Gegenwart … Zukunft …

er wurde zu einem Mythos …

dein Name, der nur noch flüchtig geahnt …

zwischen meinen Herzschlägen wandert …

er verwischt wie Sand in den Dünen …

wenn der Wind des Vergessens darüber weht.

So wird er endgültig unleserlich …

dein Name … er weht …
 
in die inneren Räume des Vergessens.

© Erika Flickinger

 

Leere Wände

Und dann schaue ich mir die Bilder an.

die Du dir von mir gezeichnet hast

jedoch erkenne ich mich in keinem wieder.

Ich sehe einen fremden Menschen,

gezeichnet und erschaffen aus deinen

Erwartungen . . .

Hoffnungen . . .

Wünschen . . .

Vorstellungen . . .

deinem Denken . . . wie ich sein sollte.

Ich nehme sie ab,

all die falschen Zeugnisse meiner Selbst,

von deiner Wand, die Du Liebe nennst.

Die Liebe braucht keine Bilder,

die man zur Schau stellen kann.

Die Liebe zeichnet sich,

sichtbar für zwei Herzen

mit ihren Farben mitten in deren Seele hinein.

Da jedoch, wo ich nur deine Bilder von mir

an Wänden eingefroren finde,

hast Du meine Liebe nicht gefühlt.

Ich nehme die Bilder ab

und hinterlasse dir nackte Wände,

deren Leere mir berichtet,

was Du wahrlich für mich fühlst.

© Erika Flickinger

Meine Seele . . .

Meine Seele ist

berührbar …

empfindsam …

sensibel …

ist Eins mit meinem Herzen.

Nicht mehr ein jeder darf

durch das Tor meiner Seele schreiten.

Denn meine Seele ist

berührbar …

empfindsam …

sensibel …

und daher zutiefst verletzbar.

Doch ist meine Seele auch

gereift und doch jung geblieben …

emphatisch … und doch abgegrenzt …

sanftmütig … und doch den eigenen Prinzipen treu.

Denn jeder Schmerz und Verlust …

jedwede Enttäuschung und Lüge …

haben Mauern errichtet,

über die nur Jene zu steigen vermögen

deren Seele

berührbar …

empfindsam …

sensibel …

mit ihrem Herzen zu einer Einheit verschmolzen ist.

© Erika Flickinger

Bild

Melodie des Fühlens

Weißt Du,

dass ich schon alles in dir kenne?

Denn ich wohne in

jedem deiner Gefühle …

ich höre deine Sehnsucht flüstern,

nach dieser einen großen Liebe,

und doch hörst Du

das Flüstern meines Herzens nicht.

Ich atme zwischen deinen Wünschen,

die sich in der Unendlichkeit verirren …

die gemeinsame Melodie nicht erkennend,

die sich mit jedem Atemzug in dein Herz fühlt.

Ich schmiege mich in deine Träume …

welche dir von Zärtlichkeit und Liebe berichten.

Ich zeichne dir Farben voller Fühlen

in deine dunklen Träume … hoffend,

dass die Melodie meines Fühlens,

aus deinen Träumen heraus,

mit dir in den Tag hinein erwacht.

© Erika Flickinger

Sanft

Weißt Du, Liebe macht weicher,

auch wenn sie sehr schmerzhaft war,

die Trennung von dieser einen Liebe.

Wenn sie dich nach einem Abschied,

sanfter zurücklässt, als Du es zuvor warst,

dann bist du wirklich der Liebe begegnet.

© Erika Flickinger