Erinnerung an deine Liebe

Ich suche 

in der Ferne der Erinnerungen 

nach dem Ursprung der Sehnsucht 

im Heute …

Ich strecke die Hand aus 

nach dem Bild der Liebe – nach Dir – 

wie Du Dich eingebrannt hast 

in mein Sein …

Doch alles, was gedanklich tastbar ist, 

ist ein Bild dessen, 

was ich in Dir fühlte – 

ein Trugbild einstiger Liebe, 

die Dich sah, wie ich fühlte – 

nicht wie Du warst.

Was ich erhaschen kann, 

ist der Duft dessen, 

was ich wollte, dass Du für mich bist – 

und doch nur 

für ein anderes Herz sein konntest.

Ich greife nach der Ahnung, 

dem Trugbild einer Liebe, 

deren Atem vor ihrem Erwachen 

in Deinem Herzen verstummte

Ich öffne weit die Arme, 

um zu empfangen, 

was längst vorübergezogen ist 

und traurigen Blickes 

durch den Nebel des Einst verlorenging.

Mich selbst zu finden 

in einer Zeit, in der ich erkannte, 

dass tief zu lieben 

nicht bedeutet, wiedergeliebt zu werden – 

aber mich für andere strahlen ließ – 

war jenes unbezahlbare Geschenk, 

das mir in mein weit geöffnetes Herz purzelte.

Ich greife durch den Nebel dessen, 

was nur schien, als gehöre es zu mir. 

Ich lausche fühlend den Erinnerungen – 

doch höre heute nur meinen Atem. 

Der Deinige 

atmete immer in eine andere Welt hinein.

© Erika Flickinger

aus meinem Buch – Das Manifest der Herz-Kriegerin und Urfrau

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