Nostalgie der Zukunft

Man kommt nie ganz nach Hause,

von da, wo man tief fühlte.

Es bleibt immer ein wenig Ich beim Du zurück …

ein wenig Wehmut atmet immerdar

inmitten neuen Fühlens.

Wir nehmen immer

Erinnerungen in die Zukunft mit.

Etwas Vergangenheit wird beständig

in der Seele hausen.

Wir sind nie ganz frei

von dem was war …

uns prägte …

leuchten und erlöschen ließ …

doch frei genug …

der Nostalgie Ihren Raum

im Zukünftigen zu bewahren.

© Erika Flickinger

Dein Name . . .

Manchmal spüre ich sie …

pochend …

schmerzhaft …

erinnernd …

aufwühlend …

und doch so leer!

Diese eine Stelle,

tief in der Seele

an der einfach

nichts mehr Wachsen will.

Manchmal höre ich sie …

diese eine kahle Stelle

tief in meiner Seele,

wie sie deinen Namen flüstert.

© Erika Flickinger

Vom Anfang zum Ende

Ein einziger Atemzug …

er löst sich nicht auf …

hat Bestand immerdar …

lebt wie eine Welle …

immer in Bewegung …

stets auf Wanderschaft …

vom Anfang zum Ende …

vom Abschluss …

zum Beginn …

als beständiger Kreislauf …

wird er sanft Teil eines Ganzen.

Ein einziger Atemzug …

voller Sehnsucht und Liebe …

in die Welt gesprochen …

trägt eine Botschaft …

erzählt unendlich …

von Liebe …

Leid …

Sorgen …

Trennungen …

und der Hoffnung …

dass dies Ende …

im ewigen Kreislauf des Ganzen …

als Anfang wiederkehrt.

© Erika Flickinger

Ich schweige sie in meine Seele

die Worte für dich

welche ich niemals schreiben

doch immer fühlen werde.

Ich trage sie in mir

diese Worte

über ein ICH und ein DU

welches nur

zwischen verschwiegenen Zeilen

zu einem WIR erwacht.

© Erika Flickinger

Die Reise

Dich verstehen zu wollen

bedeutet …

ich komme als Fremde

in dein Inneres, dein Empfinden …

betrete fühlend eine mir unbekannte Welt …

versuche mich dort

vorzutasten ….

um zu erahnen,

was dich innerlich berührt …

zu ermessen …

was deine Gefühle bewegt …

Dich verstehen zu wollen

bedeutet auch …

eine Reise in ein Land

fern meiner Vorstellungen

und meines Fühlens …

sachte tastend …

zart fühlend …

ohne Vergleichen …

ohne Erwartungen …

neugierig und offen

für all die Magie deines Seins …

Deine Seele zu umarmen …

auf einer Reise voller Wunder

bei der sich fühlend offenbart,

was den Augen verborgen blieb …

so können zwei Welten

zu einem Universum verschmelzen.

© Erika Flickinger

a woman stares into a man's eyes lovingly

Weiße Blätter im Staub der Zeit

Auf unbeflecktem Papier

finden all die Worte ihren Raum,

die ich dir nicht sagen kann.

Ein paar Seiten weißes Papier

werden zum Bewahrer

tiefster Gefühle . . .

endloser Liebe . . .

unendlicher Sehnsucht . . .

und der Feigheit meiner Selbst..

Und einst, in ferner Zukunft

findet jemand einige Schriftstücke

zwischen Gerümpel . . .

anderen Zeugen der Vergangenheit . . .

aufbewahrten Habseligkeiten . . .

und sonnendurchflutet flirrenden Staub.

Einst weiße unbelastete Blätter

lose zusammengelegt …

mit dem Zauber der Liebe gebunden,

beschützt vom Staub der Zeit,

tragen Sie all den Kummer …

all die Sehnsucht …

all die Liebe …

welche in meinem Herzen lebte,

deren Worte und Sehnsüchte,

zwar gefühlt jedoch verschwiegen wurden,

nicht wissend, ob der geliebte Mensch,

diese hätte in sich fühlen wollen . . .

vielleicht darauf gewartet hat.

Jedoch die Zweifel und Ängste siegten!

So wurde beendet, was niemals begann.

Und vielleicht wiegen sie einmal

in den Händen derer, die nach mir kommen,

so leicht und doch so gewichtig,

dass sie von Staub der Zeit befreit,

die Herzen derer verzaubern,

welche meine verschwiegenen Worte,

laut von den vergilbten Zeilen herab,

vorgetragen und neugeboren,

in die Gegenwärtigkeit des Seins fließen lassen.

Vielleicht wird ihr Zauber von Einst

in der Zukunft seine Kraft entfalten,

um einem Liebenden, den Mut zu schenken,

all dies, was Herz und Seele bewegt,

in Worten zu sprechen und die Erkenntnis zu schenken,

dass alles was verschwiegen wird,

nur Traurigkeit ins Leben atmet.

Und vielleicht … ja nur vielleicht,

kann der Finder meiner Verschwiegenheit,

dadurch den Mut gebären,

all dies, was ungesagt in ihm schlummert,

nicht nur auf weißes unbeflecktes Papier,

stattdessen voller Liebe in seine Realität zu zeichnen.

© Erika Flickinger